Home   |   Alice   |   Tour   |   Party-Politics   |   Drogen   |   Hilfe   |   Schule   |   Art   |   English   |      
 
   
     
   
MESKALIN UND AUSCHWITZ

Nachdem in den westlichen Gesellschaften der Gebrauch psychedelischer Substanzen lange verdrängt oder unterdrückt wurde, kam es in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu einer Verbreitung in verschiedenen kulturellen Strömungen. Diesen Entwicklungen gingen jedoch als extremer Gegenpol die Experimente mit Meskalin in den Konzentrationslagern Dachau und Auschwitz vorraus, die das dunkelste Kapitel in der Geschichte psychedelischer Subszanzen bilden. In den beiden KZs wurde Häftlingen ohne deren Wissen Meskalin verabreicht, um dadurch das Potenzial für eine gezielte mentale Beeinflussung einschätzen zu können. Insbesondere sollte geprüpft werden, ob sich Meskalin dazu eignet, den Widerstand von Inhaftierten zu brechen. Auf die psychische und physische Gesundheit der Testpersonen wurde dabei im Sinne der menschenverachtenden Ideologie des Faschismus keine Rücksicht genommen.

Nach dem Krieg knüpfte der US-amerikanische Geheimdienst CIA ausdrücklich in mehreren Geheimprogrammen an die Experimente in Dachau an. Auf der Suche nach einer ”Wahrheitsdroge” experimentierte der CIA insbesondere mit LSD. Gesucht wurde dabei nicht nur nach einer Substanz, die in Verhören eingesetzt werden konnte, sondern auch nach Drogen, welche den Gegner im Kriegsfall orientierungslos oder kampfunfähig machen. Während die Experimente mit LSD vom CIA letztlich als erfolglos eingestellt wurden, kam es parallel dazu zu einer zunehmenden Verbreitung in der Alternativkultur mit einer völlig entgegengesetzten Zielrichtung. Als Acid wurde LSD wie auch Meskalin in den sechziger Jahren insbesondere in der aufkommenden Hippie-Bewegung gezielt genutzt, um sich anderen Ebenen der Wahrnehmung zu öffnen und verinnerlichte Kontrollmechanismen aufzubrechen.