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DROGEN, GESELLSCHAFT UND VERÄNDERUNG

Der Gebrauch psychoaktiver Substanzen diente Menschen unterschiedlichster Epochen und Kulturen zur Erlangung entspannender oder anregender Gefühlszustände, sowie oftmals in Verbindung mit Ritualen zur Veränderung des Bewusstseins. In einem angemessenen Rahmen eingesetzt ermöglichen einige von ihnen bis heute die Erfahrung anderer Ebenen der Wirklichkeit, wie auch die Entfaltung eines neuen Gemeinschaftsgefühls. Sie können zur Heilung von Krankheiten dienen, zur Freisetzung verschütteter Fähigkeiten oder zur Entwicklung eigenständiger künstlerischer Ausdrucksformen.

Gegenwärtig werden psychoaktive Substanzen allerdings in der westlichen Kultur in zahlreichen Fällen unreflektiert und risikoreich gebraucht oder im Sinne einer Flucht genutzt. Die Gründe hierfür sind vielfältig, wobei mangelnde Informationen, individuelle Defizite und auch eine oberflächliche Konsumhaltung wesentliche Aspekte bilden. Zu den strukturellen Ursachen gehören gesellschaftspolitische Faktoren, wie soziale Missstände, aber auch die Erfahrung zwischenmenschlicher Entfremdung als Folge eines Systems, welches Leistung und Profit über den einzelnen Menschen stellt.

Die vorherrschende Drogenpolitik basiert im wesentlichen auf der Forderung nach Abstinenz gegenüber den gesetzlich als illegal definierten Substanzen. Gleichzeitig werden dabei diejenigen kriminalisiert, die sich dieser Vorgabe verweigern. Offensichtlich ist jedoch, dass diese Politik weder den Konsum von Drogen noch die Zunahme der Zahl der Abhängigen einschränken konnte. Besonders deutlich wird die Widersprüchlichkeit der gegenwärtigen Politik am Beispiel der Drogen Alkohol und Nikotin, die trotz ihrer gesundheitlichen Auswirkungen und ihres Suchtpotentials legal sind.

Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit psychoaktiven Substanzen ist der Zugang zu umfassenden Informationen und darauf aufbauend die Entwicklung einer Drogenmündigkeit. Diese schließt unter Berücksichtigung der umgebenden Verhältnisse einen reflektierten Gebrauch wie auch das rechtzeitige Signalisieren von Hilfebedarf ein. Darauf aufbauend muss eine realistische Drogenpolitik die Potentiale wie auch die Problematiken psychoaktiver Substanzen im Kontext der veränderungsbedürftigen soziokulturellen Rahmenbedingungen angemessen berücksichtigen.

Wolfgang Sterneck (2004).


ALICE - The Drug- and Culture-Project
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