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DROGENPROHIBITION - UNWIRKSAM, TEUER UND SCHÄDLICH?

Die Drogenprohibition der letzten 40 Jahre hat den Konsum von Cannabis, Heroin, Kokain u.s.w., auch unter Jugendlichen, nicht eindämmen können. Im Gegenteil: viele Risiken des Drogenkonsums sind eher Folgen der Prohibition: HIV- und Hepatitisinfektionen, die Beschaffungskriminalität und -prostitution, soziale Ausgrenzung und Kriminalisierung der Drogenkonsumenten etc.

Diese Erkenntnis ist keineswegs neu: Drogenverbote hat es in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder gegeben. Alle diese staatlichen Verbote eint vor allem dreierlei: Erstens waren sie praktisch nie medizinisch, sondern in aller Regel ökonomisch motiviert, zweitens konnten sie den Konsum der jeweiligen Substanzen nie wirklich verhindern, und drittens wurden durch die jeweiligen Prohibitionen Leiden und Probleme geschaffen, die aus dem Konsum der verbotenen Substanzen selbst nie hätten entstehen können.

Und wie in den vergangenen Jahrhunderten, so bestimmt diese Trilogie der Unvernunft auch heute noch die Drogenpolitiken des beginnenden 21. Jahrhunderts. Zwar ist die repressive Drogenpolitik in den vergangenen 10 bis 15 Jahren erheblich zurückgedrängt und durch Modelle akzeptierender Drogenarbeit und -politik ergänzt oder ersetzt worden. Zugleich aber werden weiterhin Drogenkonsumenten von der Polizei aufgegriffen und festgenommen, nimmt man ihre physische und psychische Verelendung in Kauf, zwingt man sie in Beschaffungskriminalität und Prostitution, werden sie von öffentlichen Plätzen vertrieben. An diesen Verhältnissen hat sich trotz Substitutionsbehandlung, Heroinverschreibungsprojekt und Konsumräumen in den letzten Jahren nichts entscheidend verändert.

Wir fordern deshalb Politiker und alle Interessierten auf, eine offene, wissenschaftlich begründete Diskussion über Nutzen und Schaden der Drogenprohibition zu führen. Vermindert die Drogenprohibition Konsum und Abhängigkeit? Schützt die Prohibition Jugendliche vor Drogen? Werden durch die Drogenprohibition die gesundheitlichen Risiken der Konsumenten und Abhängigen reduziert? Welchen Preis zahlen der Staat und seine Bürger für die Drogenprohibition?

September 2004

- akzept e.V. - Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik
- Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e.V.
- Republikanischer Anwältinnen- und Anwälte Verein e.v. Berlin
- Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin

Kontakt: akzept e.V. Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik,
Südwestkorso 14, D-12161 Berlin. - akzeptbuero@yahoo.de - www.akzept.org